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Die Teufelskinder

Als »Teufelskinder« werden Menschen mit den Fähigkeiten eines bestimmten Pokémon bezeichnet. Sie sind im Idealfall in der Lage, sämtliche Attacken ihres »Horts« – wie die Quelle der Kraft im Inneren des Benutzers auch genannt wird – zu verwenden. Der Zeitpunkt, an dem sich ihre besondere Begabung offenbart, ist von Person zu Person unterschiedlich und unvorhersehbar. Manche können ihre Fähigkeiten bereits als Kind kontrollieren, andere kommen mit ihnen erst im hohen Alter in Berührung. Um sein vollständiges Potential auszuschöpfen, sind in jedem Fall ein hohes Maß an Disziplin, Ausdauer und Konzentration erforderlich. Je stärker die Art des Horts, desto schwieriger das Meistern seiner Fähigkeiten.

Der Hort an sich scheint sich an kein Gesetz der Natur zu halten. Weder wird er über die DNA vererbt, noch gibt es offensichtliche Kriterien, die die Auserwählten erfüllen müssen. Das Rätsel um seinen Ursprung sowie die teils zerstörerische Kraft der »Teufelskinder« sind u.a. ein Grund für die Namensgebung letzterer.

Die Verbindung zwischen »Nutzer« – einer neutraleren und offiziellen Bezeichnung der »Teufelskinder«, die zumeist in Pressemitteilungen verwendet wird – und Hort ist unterschiedlich stark ausgeprägt. Oftmals beschränkt sie sich auf das intuitive Wissen, um welche Art von Pokémon es sich handelt, manchmal ist aber auch von einer leisen, fernen Stimme im Kopf die Rede, die ähnlich eines Beraters und Begleiters fungiert, jedoch für die wenigsten – und wenn, dann nur durch viel meditatives Training – verständlich ist.

Aufgrund des allgemeinen Konsens der Bevölkerung, dass es sich bei Pokémon um gewalttätige, übermächtige Bestien gehandelt haben soll, sowie des offenen Umgangs der Regierung bezüglich der Problematik der Teufelskinder sind jene in der Gesellschaft verachtet, gefürchtet und verpönt. Sollte jemand unter dem Verdacht stehen, ein Nutzer zu sein, wird er üblicherweise sogleich bei der nächsten Polizeistation gemeldet, wo selbst die flüchtigste Beobachtung Gehör findet. Nicht selten passiert es sogar, dass ein neuer Nutzer Angst vor der unbekannten Kraft hat und sich selbst stellt. Andere hingegen tauchen unter, treten einer Gruppe wie »Morgengrauen« bei, die sich für die Gleichberechtigung der Teufelskinder einsetzt, oder lehnen sich gewaltsam gegen das soziale System auf. 

Die meisten schreiben sich jedoch an der ominösen Akademie für öffentliche Sicherheit und Ordnung ein, die sich in den jeweiligen Regionen abgeschottet in den Randbezirken der Hauptstädte befindet. Über den Lehrplan und die Ausbildung der Nutzer wird Stillschweigen gewahrt, doch wer einen erfolgreichen Abschluss schafft, gehört fortan den Spezialeinheiten der

Exekutive an, den »Hütern«, die für unterschiedliche Zwecke benötigt, aber hauptsächlich im Kampf gegen die rebellischen Organisationen und Gruppierungen anderer »Teufelskinder« eingesetzt wird. Denjenigen, denen es hingegen nicht gelang, erwartet ein trostloses Leben unter ständiger Überwachung in den Katakomben der Akademien.

Doch egal, für welchen Weg man sich entscheidet: Nichts wird jemals wie früher sein.

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